Flucht und Asyl

Die Unbeliebtheit der Flüchtlinge hat wenig mit ihrem Verhalten und viel mit dem zweideutigen legalen Status zu tun, unter dem sie, aber nicht nur sie leiden. Sie kommen aus dem Niemandsland.

                                                                                      Hannah Arendt (1906 -1975)

 

Die rechtliche Situation ist für Schutzsuchende in Österreich in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Die Politik vermittelt den Eindruck, als bestehe ein ständiger Reformbedarf. Das österreichische Asylrecht ist eine der am häufigsten novellierten Rechtsmaterien. Mit jeder Novelle werden die Gesetze komplizierter und strenger. Dahinter, so MenschenrechtsexpertInnen, steckt immer dasselbe Ziel: Menschen sollen abgeschreckt werden, nach Österreich zu kommen. Zuletzt gab es eklatante Verschärfungen bei der Familienzusammenführung oder bei bestimmten Versorgungsleistungen.

Tatsächlich kommt Österreich mit der Erstaufnahme von Flüchtlingen relativ gut zurecht. Zudem ist die Zahl der Flüchtlinge zuletzt kontinuierlich gesunken. Eine wichtige Herausforderung stellt allerdings das Thema Integration dar: Deutschlernen, Kontakte knüpfen, Arbeit und Wohnung sowie Zugang zum Gesundheitssystem finden. Ein schwieriges Unterfangen für jemanden, der seine Heimat verlassen musste. Gelingen kann dies nur, wenn öffentliche Stellen, zivilgesellschaftliche Initiativen und Einzelpersonen geflüchteten Menschen gemeinsam Unterstützung bieten.(1)

 

 


https://www.sosmitmensch.at/dl/mklkJKJKLNlJqx4kJK/ExpertInnen_10_Punkte_Programm_Integrationsgesetz.pdf, abgerufen am 23.05.2017

foto: favonius81 (CC BY-NC-ND 2.0)