Ursachen von Armut

Es gibt die klassischen Ursachen für Armut wie lange Arbeitslosigkeit, Krankheit, geringe Bildung oder eine hohe Zahl von Kindern in einer Familie. Darüber hinaus zeigt sich immer deutlicher, dass alleinerziehende Frauen besonders leicht in die Armut geraten. Infolge der Kinderziehung können sie keiner Arbeit nachgehen oder arbeiten nur in eingeschränktem Maße. Neben Ein-Personen-Haushalten mit Kind gelten MigrantInnen als besonders armutsgefährdet. Häufig haben sie einen schlechten Zugang zur Bildung und arbeiten als Hilfskräfte. Oder sie müssen Tätigkeiten nachgehen, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. Denn Bildungsabschlüsse aus Heimatländern werden, wenn überhaupt, meist nur unter großem bürokratischen und finanziellen Aufwand anerkannt.

Ebenso sind alleinlebende ältere Frauen besonders armutsgefährdet. Wenn sich heute Frauen im fortgeschrittenen Alter von ihren Männern trennen, können sie aufgrund langer Betreuungszeiten für Kinder sowie wegen der Führung des Haushaltes keine Qualifikation vorweisen, die auf dem Arbeitsmarkt gebraucht wird. Somit sind viele auf Mindestsicherung angewiesen. In Salzburg tragen extreme Wohnungs- und Lebenshaltungskosten zu einem hohen Armutsrisiko bei. Niedrigere Wohnkosten und höhere Einkommen gelten deshalb als wirksamste Mittel zur Armutsbekämpfung.(1)

 


Armut macht krank

Arme Menschen weisen einen schlechteren Gesundheitszustand auf, sind öfter krank und sterben früher als wohlhabende Menschen. Dieser Umstand ist wissenschaftlich bestens belegt. Je häufiger ein Mensch arbeitslos ist, desto höher ist das Risiko, schwer zu erkranken, etwa an Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen und chronischen Leiden. Soziale Benachteiligungen wirken sich also auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung aus und verletzen das Recht auf Gesundheit und auf Gleichbehandlung.(2)

1) Buchinger, Birgit/Königstorfer, Markus (2012): Soziale Lagen und Armutsgefährdung. Von Niedrigverdienenden im Bundesland Salzburg. Maßnahmen und Handlungsempfehlungen. Herausgegeben von der Arbeiterkammer Salzburg
2) http://www.zeit.de/2012/29/Armut-Reichtum-Gesundheit