Wen Gleichberechtigung betrifft

Gleichberechtigung ist ein Thema, das vor allem im Zusammenhang mit der Benachteiligung von Frauen in den Mittelpunkt rückt. Es betrifft aber generell besonders verletzlichen Gruppen: MigrantInnen, Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung stellen immer wieder fest, dass sie bei der Wohnungssuche oder am Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

Und schon ein Alter jenseits der 50 ist vielen Personalchefs Grund genug, um BewerberInnen für einen Job gleich in der ersten Runde auszusortieren. Darüber hinaus kann das Zusammentreffen verschiedener Merkmale (eine Diskriminierungsbetroffene ist gleichzeitig Frau, Migrantin und über 50) als Mehrfachdiskriminierung zu besonders schwerwiegenden Benachteiligungen führen. Gleichstellung lässt sich nicht immer einfach durch Gesetze erzielen. Sie ist oftmals eine Frage des gesellschaftlichen Bewusstseins oder auch des Wissens. Denn Geschlecht, Alter, soziale Herkunft oder eine körperliche Beeinträchtigung sagen weder etwas über den Charakter eines Menschen aus, noch über seine Leistungsfähigkeit in bestimmten Bereichen. Klar ist allerdings, dass für MitarbeiterInnen im Rollstuhl in einer Firma eine möglichst barrierefreie Umgebung wie Rampen, Aufzüge und Toiletten vorhanden sein müssen. Dass hier gleichermaßen Vorschriften gemacht wie Förderungen vorgesehen werden, ist wiederum Sache der Gesetzgebung. 

Am längsten dauert der gesellschaftliche Kampf um die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft. Sie mussten schon nach der Französischen Revolution von 1789 die Erfahrung machen, dass sich das Prinzip der „Gleichheit“ zunächst bloß auf das Verhältnis der gesellschaftlichen Stände wie Adel, Bürgertum und Bauernschaft bezog, nicht aber auf die Gleichheit von Mann und Frau. Auch das Allgemeine Wahlrecht konnten die Frauen erst geraume Zeit nach den Männern erringen. Heute geht es bei der  Gleichstellung der Geschlechter in Österreich vor allem um Themen wie: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Karrierechancen, die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf oder die Frage, wer für den gemeinsamen Haushalt und Kinderbetreuung zuständig ist.1