Frauen-Karriere mit Lehre?

Stellen, die ihren Qualifikationen entsprechen, finden in Salzburg vor allem junge Frauen. Allerdings fällt dabei immer noch die Fixierung auf rollentypische Bildungszweige auf. Im Jahr 2012 wurden mehr als zwei Drittel aller weiblichen Lehrlinge in den „Top-10 Lehrberufen“ und beinahe die Hälfte in den Top-3-Lehrberufen (Einzelhandel, Bürokauffrau, Friseurin) ausgebildet. 

Inzwischen werden schon Maturantinnen für die Friseurinnen-Lehre gesucht und Castings veranstaltet. Somit findet eine Verdrängung von gut qualifizierten jungen Frauen statt, wie Renate Böhm und Birgit Buchinger im Salzburger Frauenbericht 2013 anmerken.  Der Abschluss der Lehre bedeutet häufig bereits das Ende des Dienstverhältnisses, weil der Betrieb wieder junge, billige Kräfte einstellen möchte. Gut qualifizierte Fachkräfte werden allerdings oft über Leiharbeitsfirmen wieder zurückgeholt, weil man sie doch braucht.

Die größten Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihrer Qualifikation gibt es bei abgeschlossenen Lehrberufen, weil Frauen diese häufiger abbrechen oder aufgrund einer Mutterschaft nicht beenden. Bei AkademikerInnen liegen Frauen und Männer inzwischen etwa gleichauf.  Frauen machen ihren Abschluss aber nach wie vor in den klassischen Gebieten wie Psychologie, Pädagogik und  Sozialwissenschaften, während Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften oder technische Studien unterrepräsentiert sind.(1)

 

 

1) Böhm, Renate; Buchinger, Birgit (2013): Salzburger Frauenbericht, S  109