Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf

Trotz vieler positiver Entwicklungen im Kinderbetreuungsbereich können Frauen den Konflikt zwischen Beruf und Mutterschaft oft nicht lösen. Männer, die wirklich die Kinderbetreuung zur Hälfte übernehmen, stellen eine Ausnahme dar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Flexibilität im Job.

Frauen arbeiten häufig im Dienstleistungsbereich, im Handel oder im Gastgewerbe, also auch am Abend oder am Wochenende, wenn Betreuungseinrichtungen geschlossen sind. Das Angebot an Krabbelstuben und Kindergärten ist unter den Bezirken im Bundesland Salzburg im Tennengau am besten, am schlechtesten ist es laut einer Studie der Arbeiterkammer im Lungau und im Pinzgau. Für diese Studie wurde ein sogenannter Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf herangezogen. Die Kriterien dafür sind:


 mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
 an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
 Angebot Mittagessen
 maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen
 
Nur 27 Prozent der Einrichtungen in Salzburg erfüllen die Vereinbarkeitskriterien und ermöglichen eine Vollzeitbeschäftigung beider Eltern. Das zwingt meist die Mütter zu einer drastischen Reduzierung des Arbeitsvolumens oder zum Erwerbsausstieg, was ein Einkommensverlust für die Familie ist und ein Beitrag zur Altersarmut von Frauen.(1)

Der Spagat zwischen Job und dem Wunsch, für die Kinder da zu sein, bringt viele Frauen in einen emotionalen Konflikt. Dort die Angst, nicht die geforderte Leistung im Beruf zu bringen oder den Anschluss zu verpassen, da die Sorge, als Mutter zu versagen. Eine Expertin des ÖGB wird im Salzburger Frauenbericht dazu so zitiert: „Und da werden die Kinder, die noch nicht einmal ein Jahr sind, in eine Krabbelstube eingewöhnt. Ist eine Härte. Und funktioniert nicht immer.

Das merkt man daran, wie viele Frauen sagen: ´Ich höre zum Arbeiten auf. Ich schaffe das nicht, ich kann das nicht. Ich kann das nicht, das kleine Kind da herausreißen und irgendwem anvertrauen. Ich schaffe das nicht.´  Das heißt: Wir vergessen bei der ganzen Frauenpolitik den menschlichen Teil. Wir machen Gesetze, aber schauen nicht: Passt das für alle? Geht das für alle? Und es ist besonders schwierig für Frauen mit Kindern, wo dieser Teil Berücksichtigung finden muss.(2)

1) Posch, Stephanie (2013): Institutionelle Kinderbetreuung im Land Salzburg 2012/2013. Referat für Frauenpolitik der AK Salzburg, S 7 ff
2) Böhm, Renate; Buchinger, Birgit 2013: Salzburger Frauenbericht, S 109