Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderungen haben – je nach Handicap – sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Körperlich behinderte Menschen in Salzburg können wegen baulicher Barrieren oft nicht an Bildungsangeboten teilnehmen, weil die Assistenzleistung fehlt oder weil die Angebote keine Rücksicht auf ihre Behinderung nehmen.  Laut UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich ratifiziert hat, müssten SchülerInnen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen an regulären Schulen unterrichtet werden.

In Österreich sind derzeit rund 50 Prozent aller Kinder mit besonderem Förderbedarf in allgemeine Schulklassen integriert. Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger und der Schulexperte Bernd Schilcher gehen davon aus, dass Sonderschulen konventionswidrig sind und Österreich sie abschaffen muss.12

Am Arbeitsmarkt fehlt es an den Jobmöglichkeiten. Laut Gesetz sind in Österreich Betriebe ab 25 ArbeitnehmerInnen verpflichtet, mindestens einen begünstigten behinderten Menschen einzustellen. Oft zahlen die Betriebe aber lieber eine „Ausgleichstaxe“ zwischen 240 und 350 Euro als dieser Pflicht nachzukommen. Im Jahr 2011 bezahlten Österreichs Betriebe 120 Millionen Euro, um keine Menschen mit Behinderungen beschäftigen zu müssen.13

In der Stadt Salzburg ist die Behindertenbeauftragte erste Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige. Im Verein knack:punkt treten Betroffene selbst für die Beseitigung von Barrieren ein, die ihren Alltag erschweren und sie diskriminieren. Vertreten werden die Interessen von Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und chronischen Erkrankungen.

 

 

12) polis aktuell, Nr 2, 2012
13) Der Standard, 7. 7. 2012